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Rede Betriebsversammlung vom 05.12.2019 Jörg

Moin Kolleginnen und Kollegen,

 einen lieben Gruß an unsere Gebärdensprach-dolmetscher. Hallo Herr Reif und Herr Burzer

Es ist Dezember und statt ein frohes Fest im Kreise der Familie zu feiern wird es wohl eher besinnlich. Den die Zukunft beim Daimler macht Sorgen um unsere Arbeitsplätze Konzernweit.

Halbwahrheiten, Salamitaktik, verschleiern und vertuschen das sagt Verkehrsminister Scheuer über den Daimler-Vorstand zum Verhalten in der Diesel-Affäre! Es gab kein großes Dementi seitens des Vorstandes dazu. Im September 2015 ist die Affäre ins Rollen gebracht worden. Ja über 4 Jahre nun schon haben wir die Dieselaffäre und die letzte Wahrheit ist immer noch nicht gesprochen oder……, ich weiß es nicht?........... Letzte Woche hat man vorsichtshalber wieder einmal die Hose runter gelassen das die Motoren vom Renault-partner bei uns in den Daimlerfahrzeugen wohl auch mit Schummel Software ausgeliefert sein könnten. Am Anfang der Affäre war alles i.O. laut Artikeln im Intranet und wir setzten keine Schummel Software ein, Jahre später dann bezahlt und akzeptiert der Vorstand Milliarden Strafzahlungen im In- und Ausland obwohl Daimler doch unschuldig ist. Dieses Geld sollte man der Dividende entnehmen und zwar Rückwirkend von denen die diesen Vorstand ins Amt gehoben haben. Nach Beginn der Dieselaffäre wurden in den folgen Jahren von 2016 -2019 ziemlich genau 15 Milliarden Netto an diese Aktionäre ausgezahlt. Unserem Sonnenkönig „Zetsche“ wurde der Abgang nach 13 Jahren mit 4250 Euro tägliches Altersruhegeld laut der Zeitung Wirtschaftswoche versüßt. Compliance wird wohl nicht für alle gleich ausgelegt! Nach 40 Jahren im Schichtbetrieb bekommt man so eine Betriebsrente allerdings pro Jahr und nicht am Tag;  unglaublich und der arbeitende Kollege hat nicht manipuliert, verschleiert und vertuscht wie der Verkehrsminister Scheuer über unseren Vorstand herzieht. Man hätte auch die Dividenden von 2016-19 zu 1/3 Drittel einfrieren sollen sowie es bei uns Mitarbeitern im Jahr 2008 oder 2009 gemacht wurde….. im März noch bekam unsere Führungselite ab Ebene 4 aufwärts ihre Tantiemen und Bonus ausgezahlt und im April war die Gewinnbeteiligung für Ottonormalverbraucher erstmal futsch. Das selbe hätte ich mir für die Dividenden seit 2016 gewünscht. So hätte man schon einmal 3-5 Milliarden vorhalten können für das was nun beim Daimler passiert. Weiteres Einsparpotenzial von circa 1 Milliarde die uns die Holding die nächsten 2-3 Jahre Kosten wird, die nun für Anwälte und Neue Vorstände plus Aufsichtsräte für jede Holding ausgegeben wird. Vielleicht wäre es einfach besser gewesen diese Krise noch als Daimler zusammen durchzustehen und wenn das Fahrwasser ruhiger ist die Holdingspaltung zu gestalten.                                                                      Nachdem ich nun 4-6 Milliarden Sparpotenzial generiert habe kommen wir mal in die Hunderttausenderbereiche die direkt unser Werk betreffen.

Gute Messtechniker z.B. sterben hier am Standort langsam aus. Hier werden kurzfristig Personalkosten sowie an Fort und Weiterbildung gespart bis man die selbst gestellten Prozesse nicht mehr bedienen kann. Diese Prozesse müssen nun fürs dreifache anschließend wieder einkauft werden. Jetzt geben wir über Hunderttausend Euro aus für Programmierumfänge an Dienstleister, weil wir keine eigenen Kapazitäten dafür haben. Schön das die Qualifizierte-Personaldecke so ausgedünnt wurde oder anders formuliert der P-Bereich die Kollegen nicht richtig bezahlen möchte! Solche Umfänge sollen wohl gar nicht von uns programmiert werden. Es sind ja auch schwierig/komplexe Abläufe und die existieren ja laut unserem HR nicht in unserem Werk bzw. werden nicht gesehen oder anerkannt; so vergrault man auch die Motivation der Kollegen. Die Krönung wird später darin Enden das man einen Messraum schließen möchte. Die Teile werden dann über den Hof 2 Hallen weiter transportiert um sie dort zu messen. Wer die durch Bauart der dortigen Messmaschinen bedingten Neuprogrammierungen durchführt bleibt abzuwarten? Weiter geht’s das die dortigen/bisherigen gemessenen Bauteile die wohl nur noch circa 3 Jahre laufen, von taktiler-messung auf optische Messung umgestellt werden sollen. Wer das wohl alles Programmiert.  Hier wurde Kurzfristig gespart umso Mittelfristig mehr Geld auszugeben damit evtl. Langfristig alles an einen Dienstleister vergeben wird; da unsere Prozesse sich schon länger in der Auflösung befinden! Nachtigall ich hör dir trapsen!                     Falls jemand von euch auch solch Irrwahnsinnigen Abläufe kennt teilt sie mir mit ich berichte gern auf der nächsten Betriebsversammlung für euch anonym darüber.

Wie immer in diesen Zeiten, dieselben Parolen! Wie z.B. Lasst uns nicht zurückschauen, sondern nach vorn; wir müssen alle am selben Strick ziehen/sitzen alle in einem Boot und so weiter nix als Bla Bla Bla aber sie Herr Burzer sind fürs steuern als Geschäftsführer auf der Brücke verantwortlich. Ah nee man ist sich ja keiner Schuld bewusst das kam ja alles so überraschend….. September 2015 ging los, falls jemand es vergessen hat.  Wenn die Krise dann vor-rüber ist heben wir als erstes die Gehälter vom Vorstand an mit ihren schlauen Vorschlägen und danach die Dividende und wir Arbeitnehmer müssen Aufgrund von Investitionen und Fehlentscheidungen wiedermal unseren Arbeitsplatz sichern und das heißt die Summe einsparen.                                                                                                 Meine Visionen von Zukunft sieht die Elektromobilität nicht in der Ersten Reihe. Sondern viel wahrscheinlicher den Hybrid zwischen Brennstoffzelle und Elektro. Es wäre besser gewesen 2008/9 die Geldmittel zur weiteren Entwicklung der Brennstoffzelle nicht zu reduzieren. Den Strom im Fahrzeug selber CO 2 Neutral zu generieren hat mich von Anfang an fasziniert und mit Zukunft verbunden. Präsentiert wurden die Fahrzeuge schon 2007 die A-Klasse und 2009 die B-Klasse es folgten Erfolge wie Weltumrundungen usw. Eingestellt das ganze vom Sonnenkönig „Zetsche“ der alle Kraft ins Kerngeschäft (Premium-Hersteller von Luxus-Karossen) stecken wollte oder lieber seinen Aktionären den schnellsten und besten Gewinn der Automobilproduzenten ermöglichen wollte. Wo wären wir Heute, wenn die letzten 10 Jahre weiter so intensiv entwickelt worden wäre. Aber es gab kein Tankstellennetz für diese Technologie und so wurde der Ausstieg vom Vorstand begründet. Da hätte man eins bauen müssen so wie es jetzt bei der E-Mobilität entstehen soll. Die Frage bleibt ….. Circa 14500 Tankstellen gibt es in Deutschland an denen 47 Millionen PKW tanken und wir alle 5 Minuten fürs Tanken und bezahlen benötigen. Wenn wir dann alle E-Autos besitzen und 45 Minuten für einen Schnellladevorgang benötigen kann ich mir diese Kapazitäten an E-Ladestellen gar nicht mehr vorstellen. Die Autobahnraststätten werden wohl 100 mal Flächenmäßig Größer werden müssen um Ladeplätze vorzuhalten da freut sich jeder auf Sommerferien und den Urlaubstreck in den Süden, Norden, Westen oder Osten! Wo dieser Strom herkommen soll ist ein Thema für sich selbst, das ich heute nicht erläutern werde. Was nun besser gewesen Wäre bleibt jedem selbst überlassen aber es gab schon länger alternativen. Jetzt hat uns die Regierung die E-Mobilität verpasst wegen vorgeschobenen Klimazielen und alle müssen mitmachen.

Sparen ist ja richtig und tun wir alle; aber wie ist richtungsweisend. Eine Halle nicht zu Ende bauen und sich seiner eigenen Zukunfts-Strategie kurzfristig zu opfern hat etwas von löchern zu stopfen. Da bleiben Visionen auf der Strecke. Aber darüber hat unser BR-Vorsitzende Jörg schon ausführlich berichtet.

Zu guter Letzt will ich auch noch ein wenig Geld ausgeben.

Erstens: Innovative Arbeitgeber auch wenn es Autobauer sind sollten ihren Mitarbeitern den öffentlichen Nahverkehr bezahlen! Die Stuttgarter Kollegen bekommen dieses, sie können seit 1ten November an aktiven Feinstaubalarmtagen mit Werks-Ausweis fahren! Die alternative fordert die Proficard schon seit Mitte der 90er Jahre.

Zweitens Nachschichtzulage: Im März letzten Jahres hatte ich euch ja schon berichtet wie ich mir Gestaltung vorstelle jede Aktie 2 Cent weniger Dividende und Gut wäre es gewesen für den Norden. Nun gibt es ein Gerichtsurteil im Namen des Volkes das unwiderruflich ist und uns Hamburger-Schichtlern mehr Nachtschichtzulage zuspricht doch unsere IGM zusammen mit der Unternehmensleitung verschleppen es immer noch. Dieselaffäre lässt grüßen. Meine BR-Kollegen der IGM Metall bitte außen vor, den Aufwand den sie im Auftrag der Verwaltungsstelle IGM Betreiben da zollt die alternative ihnen „Respekt“. Einem Gerichtsurteil im Namen des Volkes sollten beide Parteien schon aus Compliance Gründen nachkommen.

Nach diversen Fehleinschatzungen (Dieselaffäre verleugnet / E-Mobilität verschlafen / Digitalisierung zurückliegend zu anderen Herstellern usw.) mit immer wieder neuen Kurskorrekturen und Strategien des alten Vorstandes die ja auch zum Teil dem jetzigen angehören, kommt man auf den Gedanken das beim Vorstand die Suppe der Weisheit mit der Gabel gegessen wird. Wir wünschen uns nichts sehnlicher als Sicherheit für unsere Arbeitsplätze ohne Datumsbegrenzung die zu keiner Zeit im Personalbüro bei der Einstellung erwähnt worden ist.

Danke für euer Zuhören und lasst uns ein besinnliches Weihnachts-Fest feiern und fürs Neue Jahr die Bandagen erneuern um bei Bedarf die Boxhandschuhe hervor zu holen und kampfbereit zu sein.

Euer Jörg Klingel von der alternative